Ausbildung zum Bäcker/in
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Berufsgruppe |
Bäcker |
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Dauer |
3,0 Jahre |
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Bereich |
Industrie, Handwerk |
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Bildungsweg |
Duale Berufsausbildung |

Kernaufgabe:
Brot, Brötchen, Kuchen und andere Backwaren herstellen.

Detailbeschreibung
Bäcker müssen üblicherweise
früh aufstehen, das ist richtig. Mit dieser Aussage wird der Beruf der
BäckerInnen leider von vielen von vorneherein als nicht attraktiv angesehen.
Doch das ist schlichtweg falsch, denn dieser Beruf bietet viel Interessantes
und vor allen Dingen gute Perspektiven. Denn was ist so zukunftssicher wie
Essen und Trinken?
BäckerInnen versorgen uns mit Backwaren aller Art. Dazu gehört die Herstellung
von Brot, von dem es mehr als zweihundert verschiedene Sorten gibt, von
Kleingebäcken wie Brötchen, sowie von rund 1.200 Arten Feiner Backwaren. Die
Ansprüche der Verbraucher richten sich nicht nur auf Geschmack, Aussehen und
Bekömmlichkeit, sondern auch auf den Gesundheitswert und sind deshalb einem
ständigen Wechsel unterworfen. Die Brötchen müssen immer frisch sein, sie
dürfen aber von Zeit zu Zeit gerne mal ein anderes Aussehen und einen neuen
Geschmack haben.
Bevor die fertigen Waren über den Ladentisch gehen, müssen BäckerInnen eine
Menge von sehr unterschiedlichen Arbeitsgängen erledigen. Dazu gehören:
- Prüfen und sachgemäßes Aufbewahren der Rohstoffe (zum Beispiel Mehl,
Backmischungen, Hefe, Backfette u. a.),
- Zusammenstellung und Vorbereitung dieser Rohstoffe nach standardisierten oder
individuellen Rezepten,
- Kneten und Formen der verschiedenen Teige,
- Heizen, Beschicken und Bedienen des Backofens und anderer Backgeräte, sowie
Warten dieser Maschinen,
- Überwachen und Lenken von Gärungsvorgängen,
- Herstellen von Füllungen und Belägen für Feine Backwaren sowie deren
Garnierung, Lagern, Schneiden, Abwiegen, Verpacken, ggf. Tiefgefrieren und
Entfrosten von Fertigerzeugnissen.
Moderne Technik hat die früher schwere körperliche Arbeit abgelöst und trägt
zur Vereinfachung der Arbeitsvorgänge bei. So werden nicht mehr alle
Erzeugnisse täglich frisch hergestellt. Teige für Feine Backwaren können auf
Vorrat produziert, mit Hilfe modernster Tiefgefrieranlagen gelagert und bei
Bedarf entfrostet, abgebacken und verkaufsfertig gemacht werden. Moderne
Backöfen oder Backautomaten können nacheinander beschickt werden, so dass die
verschiedenen Produktionsgänge genau geplant und überwacht werden müssen. Das
verhindert Leerlauf, steigert die Produktivität und spart Energie.
Die innerstofflichen Vorgänge bei der Brot- und Gebäckherstellung (Beispiel:
wie schnell geht welcher Teig auf?) sind vorauszuplanen und zu lenken. Das
erfordert hohe Sachkenntnisse über Teigherstellung, Gärführung und
Teigbearbeitung. Die Ausbildung erfolgt fast ausschließlich in
Handwerksbetrieben, nur zu einem verschwindend geringen Teil in
Industriebäckereien.
Ausildungsinhalte
Dauer der Ausbildung: 3 Jahre
Gegenstand der Berufsausbildung sind
mindestens die folgenden Fertigkeiten und Kenntnisse:
1. Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht,
2. Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes,
3. Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz,
4. Umweltschutz,
5. Umsetzen von Hygienevorschriften,
6. Umgehen mit Informations- und Kommunikationstechniken,
7. Vorbereiten von Arbeitsabläufen; Arbeiten im Team,
8. Durchführen von qualitätssichernden Maßnahmen,
9. Kundenberatung und Verkauf,
10. Handhaben von Anlagen, Maschinen und Geräten,
11. Lagern und Kontrollieren von Lebensmitteln,
Verpackungsmaterialien und Betriebsmitteln
12. Herstellen von Weizenbrot und Weizenkleingebäck,
13. Herstellen von Brot und Kleingebäck,
14. Herstellen von Feinen Backwaren aus Teigen,
15. Herstellen und Weiterverarbeiten von Massen,
16. Herstellen und Verarbeiten von Überzügen, Füllungen und
Cremes,
17. Herstellen von Partykleingebäck,
18. Herstellen von Süßspeisen,
19. Entwerfen und Herstellen von Torten und Desserts,
20. Herstellen von Backwarensnacks,
21. Herstellen von kleinen Gerichten unter Verwendung
frischer Rohstoffe.
Prüfungen:
Zwischenprüfung
Zur Ermittlung des Ausbildungsstandes ist eine
Zwischenprüfung durchzuführen. Sie soll vor dem Ende des zweiten
Ausbildungsjahres stattfinden.
Gesellenprüfung
Die Gesellenprüfung wird zum Ende der Lehrzeit abgenommen.
Zuständig für die Gesellenprüfung ist die Bäckerinnung
Voraussetzungen
Wie in allen
Lebensmittelberufen ist Sinn für Sauberkeit eine unabdingbare Eigenschaft guter
Bäcker: Der Rührlöffel muss in diesem Beruf regelmäßig gegen den Putzlappen
getauscht werden. Bereitschaft zur Teamarbeit, Bewältigen von Arbeitsspitzen,
Geschicklichkeit, rechnerische Fähigkeiten (Kassenbereich) und gepflegtes
Äußeres für den Kundenkontakt sind weitere wichtige Eigenschaften.
Auszubildende sollten keine Geschmacks- oder Geruchsstörungen, keine
chronischen Hauterkrankungen und keine Haut- oder Atemwegsallergien mitbringen.
Zukunftschancen
Ob türkisches Naschwerk oder
Bio-Brot: Selbstständige Bäcker haben viele Möglichkeiten, ihre Produktpalette
zu erweitern. Für die Selbstständigkeit allerdings braucht man Berufserfahrung,
das nötige Kapital - und vor allem die bestandene Meisterprüfung. Dem Meister
stehen aber auch in der Industrie viele Wege offen. So kann er sich z.B. als
Ausbildungsleiter um die Nachwuchsschulung kümmern. Der innerbetriebliche
Aufstieg über den Schichtführer, Betriebsassistenten bis zum Betriebsleiter ist
vom Engagement des einzelnen abhängig.
Doch es muss nicht immer der Meister sein: Es ist ein guter Anfang, erst einmal
Berufserfahrung zu sammeln und sich, je nach Neigung, zu spezialisieren - etwa
auf Brot oder Konditorwaren. Daneben stehen dem Bäckergesellen aber auch viele
andere Möglichkeiten offen, z.B. als Hotelbäcker oder - wer´s lieber
international mag - als Schiffsbäcker. Natürlich kann ein Bäcker auch "seinen Techniker" machen, z.B. in der
Fachrichtung Lebensmittelverarbeitungstechnik. Er kann auch Bäckereiprodukte
und -maschinen verkaufen.